Friedberger Allgemeine im Juli 1999

Gospels und Spirituals in der Merchinger Kirche

Benefizkonzert zu Gunsten krebskranker Kinder
Merching (jörg).

Die Glocken von St. Martin läuteten: Der Schmiechener Gospelchor und die Merchinger Singgruppe Alondra luden zu einem Konzert ein. Dargeboten wurde geistliches Liedgut aus Afrika und Amerika, besser bekannt unter dem Namen Gospels und Spirituals.

Als die 55 Sängerinnen und Sänger den Altarraum betraten und sich aufstellten, wurden sie schon von gut 400 Menschen erwartet. Damit war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt.
Die Zuhörer wurden begrüßt mit „I’m gonna sing“ und danach legte dann erst einmal die Gruppe Alondra alleine los mit verschiedenen afrikanischen Weisen, die zum Teil ihren Ursprung in den „Worksongs“ der ehemaligen Sklaven haben.

Mal laut – mal leise

Anschließend wechselten die Sängerinnen und Sänger. Der Gospelchor Schmiechen unter der Leitung von Werner Hövelmanns swingte das berühmte „Swing low“. „Walk in Jerusalem“ beeindruckte durch die genaue Intonation, den Wechsel von laut und leise, von bedächtig ruhig zu rhythmisch beschwingt. Daran schlossen sich dann die beiden Spirituals „Deep River“ und „Wade in the water“ an.
Das Lied „Ain’t got time to die“ ist beispielhaft dafür, dass die Sklaven in der Musik die einzige Möglichkeit sahen, trotz Gefangenschaft ihre Ängste und Sehnsüchte zum Audruck zu bringen. „Oh happy day“, strenggenommen kein Gospel, fehlt heute bei fast keinem Gospelkonzert.

Ausflug nach New Orleans

Alondra, geleitet von der Musikstudentin und Organistin Karin Wolferstetter, führte nach einem Ausflug durch den New-Orleans-Jazz mit „Deep blue see“ wieder zurück zu dem geistlich geprägten Lied „Jesus be a fence“. Nach weiteren gemeinsamen Liedern schloss das Konzert mit „Go down Moses – let my people go“. Nach anfänglichem Zögern war es den Gruppen gelungen, auch das Publikum mit einzubinden.
Für Alondra, die nun schon seit achteinhalb Jahren besteht, und den Gospelchor Schmiechen, den es seit eineinhalb Jahren gibt, war es das erste Konzert, das sie gaben. Und wie von den beiden Chorleitern zu hören war, könnten durchaus noch das eine oder andere folgen. Der Erlös der Veranstaltung in Höhe von 2230 DM kommt der „Elterninitiaitve krebskranker Kinder e.V.“ zu Gute.

Alondra